Piz Buin (3.312 m)

Zustieg von der Bielerhöhe durch das Bieltal über die Radschulter zur Wiesbadener Hütte – Aufstieg über den Mittelweg/Bergführerweg – Abstieg über den „Normalweg“ – Rückweg durch das Ochsental zur Bielerhöhe
Zustieg 7 km, 800 Höhenmeter – Gipfeltour 9 km, 900 Höhenmeter – Abstieg 6 km, 400 Höhenmeter Abstieg

Auf dem höchsten Punkt Vorarlbergs, dem Piz Buin, zu stehen, ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Nach 2013 im Juli und den zwei Besteigungen 2018 im August (1, 2) war heute die erste Tour Mitte Juni. Zu Beginn der Hochtourensaison waren sowohl die Wiesbadener Hütte als auch der Gipfel gut besucht. Danke an Lukas Kühlechner und Alex Klampfer von Firmalpin, die uns perfekt auf den Gipfel und gesund wieder herunter gebracht haben.

Für den Zustieg haben wir dieses Mal den etwas anspruchsvolleren Weg über die Radschulter gewählt: Praktisch direkt am Silvretta-Stausee zieht der Weg in Richtung Hohes Rad hinauf, hoch oberhalb des Bieltals und des Radsees geht es (am Ende über leichtes Blockgelände) zur Radschulter. Mit leichtem Höhenverlust und Gegenanstieg erreicht man als nächstes den Radsattel, von dem aus wiederum mit leichten Gegenanstiegen der Abstieg zur Wiesbadener Hütte wartet.

Für den Gipfeltag hatten Lukas und Alex einen Vorschlag, der nur früh im Sommer Sinn macht: Der Anstieg über den Mittelweg. Durch den Gletscherrückgang muss man mittlerweile im Normalfall unter der Grünen Kuppe queren und am westlichen Rand des Ochsentaler Gletschers aufsteigen – der Mittelweg führt im Bereich des ehemaligen normalen Zustiegs nach oben. Der Schnee in den Gletscherspalten hat noch gut getragen, dennoch gab’s den einen oder anderen kleineren Einbruch. In einigen Tagen wird das wohl ein wohl sehr heikles Unterfangen …

An der Buinlücke, wo man früher noch sicher biwakieren konnte, muss man mittlerweile danach trachten, so schnell wie möglich vorbeizukommen. Konstanter Steinschlag vom Kleinen Piz Buin sorgt für ein deutlich erhöhtes Risiko im Vergleich zu früher. Das Abziehen der Steigeisen sollte in ordentlichem Respektabstand erfolgen.

Zum Gipfel führt einerseits schottriges Gehgelände, andererseits der untere (UIAA 2-) und der obere Kamin (UIAA 2) – nach den beiden Kletterpassagen wartet wieder Gehgelände und danach ein herrliches Gipfelpanorama.

Im Gegensatz zu anderen Touren gibt’s an dieser Stelle keine Karte und keinen GPS-Track: Ohne Bergführer sollte man dort nur unterwegs sein, wenn man sich vor allem am Gletscher wirklich auskennt und weiß, was man tut – dann braucht man keine Hinweise. Wenn man das aber nicht tut, muss man sich ohnehin einem Bergführer anvertrauen, der sich auskennt.

 

Sebastian Verfasst von:

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