Jörihorn (2.845 m)

Wägerhus (2.215 m) – Winterlücke (2.785 m) – Jöriseen (tiefster Punkt 2.489 m) – Jöriflüelafurgga (2723 m) – Jörihorn (2.845 m) – Wägerhus
13 km, 975 Höhenmeter, 5 Std. Gehzeit

In der ersten Hitzewelle des heurigen Sommers blieb nur eine Devise: Ab in die Höhe. Die Optionen für ein bisschen mehr Höhe fordern in Vorarlberg durch die Sperre der Silvretta-Höhenstraße ordentlich Mehraufwand, darum ging der Blick zu den Schweizer Nachbarn. Vor 7 Jahren sind wir schon im Bereich des Flüela-Passes nach Südwesten gegangen, auf das Flüela Schwarzhorn – heute ging es nach Nordosten, auf das Jörihorn.

Geologisch gesehen ist die Gegend am Flüela Weißhorn nordöstlich des Flüela-Passes der südwestlichste Ausläufer der Silvretta, auf der gegenüberliegenden Talseite beginnen die Albula-Alpen. Zu sehen gibt es deswegen die klassische Kristallin-Vegetation: Kochscher Enzian, Krainer Greiskraut, Gletscher-Hahnenfuß, Alpen-Leinkraut, Berg-Nelkenwurz, Punktierter Enzian. Dazu gibt’s es noch Landkarten-Flechten. Gesehen haben wir auch noch einen Grasfrosch (der einzige Frosch der bis 2.500 Meter vordringt) und Elritzen (kaum ein anderer Fisch kann in so hochgelegen Bergseen überleben).

Die allermeisten Wanderer gehen nur zu den Jöriseen, was zweifellos schon eine sehr schöne Tour ist. Das Jörihorn dazuzunehmen, packt in eine Tour, bei der Trittsicherheit nicht schadet (die Passagen rund um Winterlücke und Jöriflüelafurgga sorgen für eine Bewertung mit T3), ordentlich Schwierigkeiten hinein: Orientierung im weglosen Gelände, ein bisschen Klettern, Schwindelfreiheit.

Am Wägerhus gibt es einen Parkplatz für gut 30 Fahrzeuge (kann gut sein, dass man an Sommerwochenende früh dran sein muss). Westlich am Wägerhus vorbei (nicht dem verführerisch direkt am Parkplatz startenden Weg folgen!) gewinnt man auf einem schmalen Pfad rasch Höhe – für die Jöriseen-Runde wartet nach knapp 150 Höhenmetern der einzige Entscheidungspunkt: Mit oder gegen den Uhrzeigersinn. Gegen den Uhrzeigersinn hat man das steilste Stück als Aufstieg Jöriflüelafurgga bergauf – angeblich sollen auch die Lichtverhältnisse für die See-Fotos so besser sein.

Nach Osten abgezweigt erreicht man bald das Blockfeld unterhalb des Flüela Weißhorns, durch das ein einfach zu gehender Pfad führt. Nach ein paar steilen Schritten und insgesamt 550 Höhenmetern öffnet sich an der Winterlücke der Blick auf die Jöriseen. Schottrig, von steiler-rutschig bis angenehm-flach geht’s unter den letzten Resten des Jörigletschers vorbei und zwischen den Seen durch – ein Eindruck schöner als der andere. Vom tiefsten Punkt weg wartet dann ein steiler Gegenanstieg bis zur Jöriflüelafurgga, der allerdings kaum mehr als 200 Höhenmeter beinhaltet. Eine kurze Passage ist etwas ausgesetzter und mit Ketten versichert.

Oben angekommen gibt es wegfreie und offizielle Varianten ins Tal. Dem markierten Weg folgend erreicht man recht rasch die restlichen Mauern eines verfallenen Gebäudes. An dieser Stelle muss man vom Weg abzweigen, wenn man auf das Jörihorn will. Wegfrei, nicht markiert, rutschig muss man teilweise etwas klettern. Auf den letzten Metern zum Gipfel ist ein ausgesetzter Block zu queren, links und rechts gehts ordentlich hinunter. Am Rückweg haben wir festgestellt, dass man den Block auch etwas unterhalb (allerdings rutschig) umgehen könnte. Über Hochwiesen mit den dauerhaften Blick auf das Flüela Schwarzhorn gelangt mit zurück zum Ausgangspunkt.

Zur Abrundung empfiehlt sich die Abkühlung im Davosersee, der im Hochsommer zwischen 15 und 18 Grad haben soll. Deutlich mehr als die 4 bis 8 Grad, die dem Schottensee an der Passhöhe zugeschrieben werden.

Route

Download: Jörihorn 2026 07 09 Route.pdf
GPS-Track gibt es für diese Tour nicht: Einerseits, weil wir im weglosen Gelände unterwegs waren und niemanden, der das nicht selbst schafft, dorthin locken wollen – andererseits, weil doppelte Wee (Kamera liegen gelassen) und ein Aussetzer drin sind.

Höhenprofil

Download: Jörihorn 2026 07 09 Höhenprofil.pdf

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