Rote Wand (2.704 m)

Formarinalpe (1.871 m) – Joch zw. Rothorn und Roter Wand (2.350 m) – Fürggele (2.310 m) – Vorgipfel (ca. 2.600 m) – Rote Wand (2.704 m) – auf der Aufstiegsroute retour
1.175 Höhenmeter, 9,2 km, 5:20 Std. Gehzeit

Im Frühling hatte Elke zwei Gipfel auf der must have-Liste des heurigen Bergsommers: Die Braunarlspitze und die Rote Wand. Mission erfüllt – und das obwohl die heutige Tour die 13. heuer war. Wir sind ja nicht abergläubisch 😉

Vor der Tour waren wir ein wenig verunsichert – die auffindbaren Beschreibungen variierten doch deutlich, was die Schwierigkeit des Gipfelgrates anging. Die Bandbreite reichte dabei von “schwierig und ausgesetzt” bis “mit etwas Erfahrung leicht machbar”. Wir neigen nun eher zu letzterer Einordnung, empfinden die Tour auf den Zitterklapfen beispielsweise als deutlich schwieriger. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber dennoch ein absolutes Muss.

Sollte man nicht einige der vielen Kletterrouten an der Südwand nutzen wollen, gibt es nur einen Weg auf die Rote Wand: Über die Nordwestflanke. Dorthin gelangt man entweder aus Süden vom Formarinsee oder aus nördlicher Richtung von der Alpe Laguz oder der Klesenzaalpe. Auf beiden Routen sollte man jedenfalls genug zu trinken mitnehmen, Bäche gibt es nirgends.

Wir haben uns vor allem aus einem Grund für den Aufstieg von der Lecher Seite entschieden: Wer vor 08:00 am Beginn der Mautstraße Richtung Spuller- und Formarinsee ankommt, kann gegen eine Gebühr von EUR 10,– mit einem eigenen PKW bis nach hinten fahren – und ist für die Rückfahrt nicht auf den Fahrplan der (auf Lecher Seite im Gegensatz zum Großwalsertal allerdings recht häufig verkehrenden) Wanderbusse angewiesen. Nachdem der erste Bus zum Formarinsee erst um 08:30 dort ankommt und der Wetterbericht Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke im Rheintal prognostiziert hatte, waren mit dem eigenen Auto und das recht früh unterwegs.

Der Parkplatz bei der Formarinalpe bietet gut 25 Autos Platz. Von dort kann man entweder zuerst in Richtung See und dann rechts abbiegend hochsteigen oder man sucht den nicht markierten, nach den ersten 100 Metern aber dennoch sehr gut auffindbaren Fußpfad, der direkt vom Parkplatz nach oben führt. Beide Wege kommen weiter oben wieder zusammen – wir waren quasi querfeldein unterwegs. Auf dem Hochplateau unter dem Wandfuß angekommen führt der Weg zuerst flach und dann schön ansteigend auf das Joch zwischen dem Rothorn und dem westlichen Ende der Roten Wand. Ein paar Schritte nach dem Joch bergab über ein Geröllfeld thronte über uns eine aus knapp 20 Steinböcken bestehende Herde, die sich von uns absolut nicht stören lassen wollte.

Auf diesem Geröllfeld schenkt man in etwa 100 Höhenmeter her, von denen man 50 am Ende wieder zu einem kleinen Fürggele recht steil und seilversichert hochsteigen muss. Danach geht es über ein weiteres Geröllfeld wieder leicht bergab zum Einstieg in die Nordwestflanke. Über beide Geröllfelder kamen Wanderer aus dem Großwalsertal hoch. Kurz vor dem Einstieg ist eine kleine, mittlerweile stark ausgedünnte Schneebrück anzutreffen, die man besser umgeht.

Der eigentliche Aufstieg führt steil nach oben – garniert mit den ersten spektakulären Tiefblicken. Bis zum Vorgipfel sind mit ein wenig Trittsicherheit kaum Schwierigkeiten zu erwarten. Der Gipfelgrat danach ist sicherlich nicht jedermanns Sache – auch heute sind einige Wanderer am Vorgipfel sitzen geblieben, dennoch war recht viel Betrieb. Mit vielen blauen Markierungen ist der einfachste Weg zum Gipfel gut gekennzeichnet. Links unterhalb des Grates begleitetet jeden Wanderer ein beinahe schon ausgeaperter kleiner Gletscher.

Der Gipfel bietet das unserer Meinung nach mit Abstand spektakulärste Panorama des Lechquellengebirges – wir hatten dazu noch dank niedriger Luftfeuchtigkeit einen perfekten Fernblick.

Der Abstieg führt dann auf gleicher Route wieder nach unten.

Route:

Download: Route Rote Wand 2012 08 18.pdfRote Wand 2012 08 18.gpx.zip

Download: Höhenprofil Rote Wand 2012 08 18.pdf

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