Saulakopf Klettersteig (2.517 m)

Talstation Lünerseebahn (1.518 m) – Saulasteig – Saulajoch (2.065 m) – Klettersteig – Saulakopf (2.517 m) – Saulajoch – Saulasteig – Lünersee (1.976 m) – Böser Tritt – Talstation Lünerseebahn
13 km, 1.200 Höhenmeter, 6:00 Std. Gehzeit

Seit einer Woche ist die Lünerseebahn außer Betrieb (Erneuerung mit einer neuen Gondel – soll im Juli 2020 den Betrieb wieder aufnehmen) – die einzige Chance, um den Saulakopf-Klettersteig an einem wunderschönen Herbst-Samstag gehen zu können, ohne permanent im Stau zu stehen. Was wir nicht ahnen konnten: Für den Wiederaufbau der Totalphütte nach dem Lawinenabgang im letzten Winter wurde heute mit 2 Helikoptern in dichter Rotation Beton auf die Baustelle geflogen.

Für den Aufstieg findet sich eine deutlich schönere Alternative zum Bösen Tritt, die auf der linken und nicht auf der rechten Seite der Staumauer nach oben führt – dieser steile Pfad, der in keiner Karte verzeichnet ist, beginnt links hinter der Talstation der Lünerseebahn und mündet am oberen Ende in den Saulasteig. Dieser blau markierte Steig führt durch Latschen zum Saulajoch – zuerst ohne nennenswerten Höhengewinn, am Ende etwas steiler ansteigend. Am Saulajoch zweigt man nicht auf den Normalweg auf den Saulakopf ab sondern geht weiter in Richtung Heinrich-Hueter-Hütte – nach in etwa 10 Minuten erreicht man die richtige Abzweigung.

Über ein Schotterfeld gelangt man zum Anseilplatz – wegen des Steinschlagrisikos macht es Sinn, sich bereits etwas entfernt vom Wandfuß die komplette Klettersteigausrüstung anzuziehen. Zu den gut 600 Höhenmetern bis hierhin kommen nun noch einmal knapp 400 Höhenmeter im Klettersteig selbst (Topo bei bergsteigen.com). Wir haben uns die erste Plattenquerung erspart – zum am schwierigsten bewerteten Punkt des Klettersteigs (eine überhängende Wand D/E) kann man auch über Schotter zusteigen und dort direkt in den Klettersteig einsteigen. Bis zur Hälfte des Steigs folgen noch 6 weitere kurze, teilweise überhängende Wände (D bzw. C/D). Der teilweise als überflüssig kritisierte Notausstieg (Achtung: steiler Schotterhang) macht durchaus Sinn: Es geht zwar nicht sehr schwierig weiter aber doch weitestgehend in der Falllinie – ein paar Kraftreserven sind bis zum Gipfel schon noch nötig …

Nach in etwa drei Vierteln des Steigs wartet seit 2011 ein besonderes Highlight: Eine 12 Meter lange schräge Hängeleiter, die auch umgangen werden kann (für gute Fotos muss einer aus der Tourengruppe außen rum). Der Rest ist dann durchaus auch noch steil und zudem der ausgesetzteste Teil des Steigs. Am Gipfel – mit perfekter Aussicht auf Lünersee, Zimba, Drei Türme, … – hat man sich eine Rast definitiv verdient.

Für den Abstieg nutzt man den Normalweg (mit einer kurzen seilversicherten Stelle A/B). Über steile Schotter-Serpentinen erreicht man wieder das Saulajoch. Wir sind dann wieder über den Saulasteig zurück – anders als beim Aufstieg sind wir bis zum Lünersee weitergegangen und über den Bösen Tritt nach unten (ist sicher angenehmer zu gehen als der kleine Steig, den wir im Aufstieg genutzt haben).

 

Route

Download: Saulakopf Klettersteig 2019 09 21 Route.pdf. GPS-Track gibt es dieses Mal keinen – die Routenaufzeichnung geht im Klettersteig ordentlich hin und her.

Höhenprofil

Download: Saulakopf Klettersteig 2019 09 21 Höhenprofil.pdf

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