Kunkelkopf (2.110 m)

Buchboden (914 m) – Unter Überlutalpe (1.390 m) – Ober Überlutalpe (1.585 m) – Kunkelkopf (2.110 m) – “raue Schlucht” – Ober Überlutalpe – von dort über den Güterweg zum Ausgangspunkt
16 km, 1.250 Höhenmeter, 4:30 Std.Gehzeit

Nachdem uns mittlerweile die prominenten Gipfelziele in Vorarlberg ausgegangen sind, müssen wir die verborgenen Kleinode ausgraben … Der Kunkelkopf ist so eines – steil, teilweise ein wenig ausgesetzt, dafür mit einem genialen Blick auf die Zacken des hinteren Großwalsertals … Scheint zudem so, als hätten wir mit unserer Urlaubswoche die herbstlichen Laubverfärbungen perfekt getroffen 😉

Startpunkt ist Buchboden bei der Kirche (da gibt’s auch ein paar Parkplätze) – kaum ein Flecken in Vorarlberg weist so extrem viele Wegweiser für Wanderer auf, einer für den Kunkelkopf ist mangels Weg zum Gipfel nicht dabei. Die Orientierung fällt aber anhand der Alpen, an denen man vorbeiläuft und die gut beschildert sind, nicht schwer. Nach ein paar Metern die Asphaltstraße hoch geht es gleich links auf einen kleinen Waldweg, der (wie beinahe jeder Weg im hinteren Großwalsertal) sehr steil ist – Einlaufen ist nicht, es geht gleich ans Eingemachte …

Steil aber wunderschön geht’s nach oben – immer wieder öffnet sich der Blick aus dem Wald heraus auf die Felszacken auf der anderen Talseite … 400 Höhenmeter gilt es auf den ersten 2 Kilometern zu überwinden. Wirklich flacher wird’s erst auf den letzten Metern vor der wunderbar gelegenen Ober Überlütalpe. Von der Alpe folgt man dann wenige hundert Meter dem Hochschereweg – am Übergang von Güter- zu Fußweg verlässt man den Weg nach rechts und muss sich wegfrei durchschlagen.

Die Fragen nach den genauen Bezeichnungen der jeweiligen kleinen Gipfel im Kamm bzw. ob derjenige, auf dem wir waren, wirklich der Kunkelkopf ist, konnten wir erst im Nachgang klären – weder Kartenmaterial noch GPS konnten vor Ort helfen. Die Lösung gab’s erst daheim mit dem Alpenvereinsführer “Bregenzerwald – Lechquellengebirge”: Ja, wir waren wirklich auf dem Kunkelkopf 😉
Für alle “Nach-Wanderer”: Wenn man über die Wiesen auf den Kunkelgrat zuläuft, sticht vor allem die Kunkel ins Auge (Kunkel ist eine alemannische Bezeichnung für Spindel). Die Kunkel ist ein markanter, schmaler Turm. Links bzw. nordöstlich fällt eine Felsplatte auf, deren höchster Punkt der Kunkelkopf ist – in die andere Richtung liegt die Kunkelspitze (und in manchen Berichten finden sich auch noch die Kunkeltürme).

Wir sind über einen immer steiler werdenden Grashang rechterhand in Richtung Kunkel gestiegen (und nicht mittig den Hang hinauf), unmittelbar am Turm vorbei und dann über einen kurzen, ausgesetzten Grat zum Gipfelziel. Der Weg zurück schien auf Grund der Steilheit wenig ratsam, so ging’s weiter nach vorne in Richtung Seelejöchle, wo aber eine in etwa 2 Meter hohe senkrechte Wand zu überklettern gewesen wäre. Darum sind wir den wiederum steilen Wiesenhang in Richtung Alpe hinuntergestiegen – wenn man sich tendenziell rechts hält, sollte man auch problemlos hinunterkommen (am Ende wartet eine grasige Steilstufe). Wir sind aber sicherheitshalber nach in etwa einem Drittel des Abstieges rechts in die “raue Schlucht” hinuntergestiegen und dann auf Schotter und Gras hinunter bis zur Alpe.

Von oben war die Situation auf den möglichen Abstiegsrouten nicht immer klar und gut einsehbar – darum haben wir immer die Sicherheitsvariante gewählt. Alles in allem waren wir höchst überrascht, wie griffig das Gras ist – gleichzeitig sind wir uns sicher, dass sowohl Auf- als auch Abstieg bei Nässe ein Himmelfahrtskommando sind. Wir haben’s gerade noch rechtzeitig vor den ersten Ausläufern der nahenden Kaltfront zur Alpe geschafft.

 

 

Route

Downloads: Kunkelkopf 2017 10 02 Route.pdfKunkelkopf 2017 10 02.GPX (zip)

 

Höhenprofil

Download: Kunkelkopf 2017 10 02 Höhenprofil.pdf

 

Be First to Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *