Bärenfalle (2.070 m)

Weißlahnbad/St. Zyprian (1.175 m) – Bärenfalle (2.070 m) – Sesselschwaige – Prügelweg/Teufelsschlucht (1.490 m) – Tschafornhütte (1.733 m) – Weißlahnbad
Gehzeit: 4 3/4 Stunden

Von Seis am Schlern ist eine kurze Anfahrt mit dem Auto über Tiers nach St. Zyprian nötig (30 Minuten). Vom Parkplatz Weißlahnbad geht es über einen schmalen, ausgezeichnet gepflegten Wanderweg südseitig zwischen Mittagskofl und Tschafatsch hinauf zur Bärenfalle – 1 3/4 Stunden steiler Anstieg zuerst durch Lärchen- und Kiefernwälder, später über Felsen. Ganz unten gibt es erste Blicke auf die sagenumwobene Rosengartengruppe, die erst weiter oben wieder sichtbar wird – dann aber in ihrer ganzen Pracht und Mächtigkeit.

König Laurin ist der sagenhafte Zwergenkönig des Rosengartens, der im Kampf Dietrich von Bern unterliegt. Nach der volkstümlichen Überlieferung lag im „Gartl“, einer Einbuchtung im Gestein, der wunderschöne Rosengarten des Zwergenkönigs. Als der König an der Etsch seine schöne Tochter Similde vermählen wollte, wurden alle Adeligen der Umgebung zu einer Maifahrt eingeladen, nur König Laurin nicht. Dieser beschloss daraufhin, mit Hilfe seiner Tarnkappe als unsichtbarer Gast teilzunehmen. Als er Similde sah, verliebte er sich sofort in sie, setzte sie auf sein Pferd und sprang mit ihr davon. Sofort zogen die Recken aus, geführt von Dietrich von Bern und seinem Waffenmeister Hildebrand, um Similde zurückzuholen und standen kurz darauf vor dem Rosengarten.

König Laurin band sich einen Wundergürtel um, der ihm die Kraft von zwölf Männern verlieh, und stellte sich dem Kampf. Als er sah, dass er trotz allem verlor, zog er sich die Tarnkappe über und sprang, unsichtbar wie er nun zu sein glaubte, im Rosengarten hin und her. Die Ritter aber erkannten an den Bewegungen der Rosen, wo der Zwergenkönig sich verbarg. Sie packten ihn, zerstörten den Zaubergürtel und führten ihn in Gefangenschaft. Laurin aber drehte sich um und belegte den Rosengarten, der ihn verraten hatte, mit einem Fluch: Weder bei Tag noch bei Nacht sollte ihn jemals mehr ein Menschenauge sehen. Laurin hat aber die Dämmerung vergessen, und so kommt es, dass der Rosengarten beim Sonnenauf- und -untergang blüht.

Nach einem kurzen Abstieg in Richtung Sesselschwaige sind wir auf den nicht gekennzeichneten Zirbenweg abgebogen, der stellenweise praktisch komplett weggespült ist. In der Teufelsschlucht treffen dann beide Wege wieder aufeinander. Nach einigen hundert Metern zweigt der Weg links zur Tschafornhütte ab – verbunden mit einem kleinen Anstieg von gut 200 Höhenmetern. Von der Tschafornhütte geht es wieder mit prächtigen Panoramablicken auf den Rosengarten zurück zum Ausgangspunkt.

[mudslide:flickr,0,36798909@N00,72157622552487547]

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